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Accueil / Herdenschutzhunde: Wie verhält man sich richtig?

Der Patou

Wie verhält man sich gegenüber einem Herdenschutzhund?


Beim Wandern oder Mountainbiken in unseren Bergen ist es nicht ungewöhnlich, auf Schaf- oder Rinderherden zu treffen, die von Herdenschutzhunden begleitet werden. Aufgrund ihrer Größe und ihres lauten Bellens wirken diese Hunde oft beeindruckend. Doch sie haben eine ganz bestimmte Aufgabe: Sie schützen die Herden vor Raubtieren.
Ihre Anwesenheit gehört heute fest zum Leben auf den Almen unserer Berge. Damit Wanderer, Mountainbiker, Weidetierhalter und Herden diese Räume sicher und respektvoll miteinander teilen können, sollten einige einfache Verhaltensregeln beachtet werden.
Was sollten Sie also tun, wenn sich ein Herdenschutzhund nähert? Warum bellt er? Und wie sollten Sie reagieren, wenn Sie mit Ihrem eigenen Hund unterwegs sind? Hier erfahren Sie alles Wichtige!

Was ist ein Patou

und welche Aufgabe hat er?

Der Begriff „Patou“ bezeichnet umgangssprachlich den Pyrenäenberghund, den großen weißen Hund, der häufig bei Weidetierherden anzutreffen ist. Doch nicht alle Herdenschutzhunde sind Patous! Weltweit gibt es zahlreiche Herdenschutzhunderassen, darunter der Maremmen-Abruzzen-Schäferhund, der Kangal, der Zentralasiatische Owtscharka, der Transmontano-Mastiff oder der Spanische Mastín.
Im Gegensatz zum Hütehund, der gemeinsam mit dem Schäfer arbeitet, um die Herde zu treiben und zusammenzuhalten, lebt der Herdenschutzhund dauerhaft inmitten der Herde und handelt eigenständig. Bereits im Welpenalter entwickelt er eine enge Bindung zu den Tieren, die er schützt, und betrachtet die Herde als sein soziales Umfeld.
Seine Aufgabe besteht vor allem darin, abzuschrecken. Tag und Nacht überwacht er seine Umgebung, um die Tiere vor möglichen Raubtieren – insbesondere dem Wolf – zu schützen. Dringt etwas Unbekanntes in den Bereich ein, den er bewacht, wird der Hund aufmerksam. Er kann bellen, sich rasch nähern und sich zwischen die Herde und den Eindringling stellen, um die vermeintliche Gefahr einzuschätzen.
Wenn ein Patou bellend auf Sie zukommt, verhält er sich also nicht wie ein Familienhund – er erfüllt lediglich seine Aufgabe als Herdenschutzhund.

Wie sollten Sie sich bei einer Begegnung

mit einem Herdenschutzhund verhalten?

Die wichtigste Regel ist ganz einfach: Überraschen Sie den Hund nicht, versuchen Sie nicht, ihn zu erschrecken, und bleiben Sie ruhig.
Wenn Sie eine Herde entdecken, machen Sie sich bemerkbar, indem Sie deutlich sprechen – zum Beispiel mit einem einfachen „Hallo, Hund!“. Wenn möglich, umgehen Sie die Herde mit großem Abstand, auch wenn Sie dafür den Wanderweg kurz verlassen müssen – ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen.
Wenn der Hund auf Sie zukommt:
Haben Sie Wanderstöcke dabei? Nehmen Sie sie in eine Hand und halten Sie sie nach unten gerichtet dicht am Körper. Heben Sie die Stöcke niemals drohend in Richtung des Hundes, da er dies als Bedrohung auffassen könnte.
Sind Sie mit dem Mountainbike unterwegs, steigen Sie möglichst früh ab und schieben Sie Ihr Fahrrad weiter. Wenn Sie sich dadurch sicherer fühlen, können Sie das Fahrrad zwischen sich und dem Hund halten – ohne jedoch zu versuchen, den Hund damit zurückzudrängen.
Sobald der Hund die Situation eingeschätzt hat und Sie nicht mehr als Bedrohung wahrnimmt, wird er sich in der Regel beruhigen und zu seiner Herde zurückkehren. Setzen Sie Ihren Weg anschließend ruhig fort und halten Sie weiterhin ausreichend Abstand zur Herde.

Welches Verhalten sollten

Sie gegenüber einem Patou vermeiden?

Unsere Gewohnheiten im Umgang mit Familienhunden führen manchmal zu Verhaltensweisen, die gegenüber einem Herdenschutzhund ungeeignet sind. Denken Sie immer daran, dass ein Patou arbeitet und in jeder Situation eigenständig entscheidet, wie er handelt.
Deshalb sollten Sie gegenüber einem Herdenschutzhund unbedingt Folgendes vermeiden:
Laufen Sie nicht weg und versuchen Sie nicht zu fliehen. Bleiben Sie ruhig und vermeiden Sie hektische Bewegungen.
Schreien Sie den Hund nicht an und bedrohen Sie ihn nicht. Fuchteln Sie weder mit den Armen noch mit Wanderstöcken oder anderen Gegenständen in seine Richtung.
Vermeiden Sie direkten Blickkontakt. Behalten Sie den Hund in Ihrem Blickfeld, ohne ihn anzustarren.
Versuchen Sie nicht, den Hund zu streicheln oder zu füttern. Selbst wenn er ruhig wirkt, befindet er sich weiterhin im Arbeitseinsatz.
Gehen Sie nicht durch die Herde. Umgehen Sie sie mit möglichst großem Abstand, soweit das Gelände es zulässt.
Denken Sie außerdem daran, dass Bellen nicht automatisch Aggression bedeutet. Das Bellen gehört zu den natürlichen Aufgaben eines Herdenschutzhundes: Er macht damit auf seine Anwesenheit aufmerksam, warnt vor einer möglichen Gefahr und versucht, Eindringlinge davon abzuhalten, sich der Herde zu nähern.

Was tun, wenn Sie mit Ihrem Hund

einem Patou begegnen?

Die Anwesenheit eines Familienhundes kann eine Begegnung mit einem Herdenschutzhund schwieriger machen. Für einen Herdenschutzhund ist es nicht immer leicht, einen Haushund sofort von einer möglichen Bedrohung für seine Herde zu unterscheiden – insbesondere, wenn Ihr Hund unruhig ist oder zu bellen beginnt.
Wenn Sie wissen, dass Ihre Route durch Almen führt, auf denen Herden von Herdenschutzhunden bewacht werden, ist es – sofern möglich – am sichersten, mit Ihrem Hund eine andere Strecke zu wählen.
In der Nähe von Herden sollten Sie Ihren Hund an der Leine und dicht bei sich halten. So verhindern Sie, dass er sich den Nutztieren nähert und die Herdenschutzhunde eingreifen.
Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einer direkten Auseinandersetzung zwischen Ihrem Hund und einem Herdenschutzhund, lassen Sie die Leine los – oder geben Sie ihr zumindest so viel Spielraum wie möglich. Wenn Sie Ihren Hund festhalten oder an der Leine ziehen, um ihn zu schützen, können Sie die natürliche Interaktion zwischen den Hunden stören und sich selbst mitten in den Konflikt bringen.
Nehmen Sie Ihren Hund – auch wenn er klein ist – nicht auf den Arm. Wenn Sie sich zwischen die Hunde stellen, bringen Sie sich selbst in Gefahr.
Der beste Schutz ist, Situationen frühzeitig zu erkennen: Beobachten Sie Ihre Umgebung, entdecken Sie Herden möglichst rechtzeitig und umgehen Sie sie mit großem Abstand, wann immer dies möglich ist.
Das Wichtigste auf einen Blick
Herdenschutzhunde sind heute ein unverzichtbarer Bestandteil der Weidewirtschaft in den Bergen. Angesichts der Rückkehr und Anwesenheit großer Beutegreifer gehören sie zu den wichtigsten Mitteln, mit denen Weidetierhalter ihre Herden schützen.
Ihre Anwesenheit erfordert jedoch, dass jeder ihr Verhalten besser versteht. Abstand halten, ruhig bleiben, Herden großzügig umgehen und dem Hund Zeit geben, Sie zu identifizieren – all das sind einfache Verhaltensweisen, die ein friedliches Miteinander ermöglichen.
In den Bergen teilen wir uns alle denselben Lebensraum. Wer die Aufgabe der Herdenschutzhunde kennt und respektiert, trägt auch dazu bei, die Arbeit der Weidetierhalter und das Leben auf den Almen zu unterstützen.
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